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ÖkoEnergie


Sanierungsscheck läuft aus

26. Jul 2010, Umweltjournal

"Umwelt + Bauen": Unter diesem Namen starteten insgesamt 15 Partner aus den verschiedensten Institutionen eine überparteiliche Initiative für den Ausbau der Gebäudesanierung und die Weiterführung des Sanierungsschecks in Österreich. Gemeinsam will man die Politik von der Notwendigkeit der erarbeiteten Nachhaltigkeitsmaßnahmen überzeugen. Aus dem Ministerium gab es aber eine vorläufige Absage.

Die Ausgangslage ist alles andere als rosig. Die Sanierungsrate liegt nach wie vor nur bei rund 1 % das Erfolgsmodell des Sanierungsschecks" läuft aus, die Energiestrategie 2020 ist in kritischer Diskussion und die Nachhaltigkeit droht der Budgetsanierung geopfert zu werden.

Sparen allein sei sicherlich keine Lösung, sondern verhindert eine Wachstumssteigerung, so die Partner der Nachhaltigkeitsinitiative Umwelt + Bauen: Wir profitieren noch heute von den Investitionen, die in der Vergangenheit getätigt worden sind! Um die Wirtschaft anzukurbeln, Arbeitsplätze zu sichern und unseren Kindern eine lebenswerte Zukunft zu schaffen, müssen wir jetzt intelligent in Umwelt- und Baumaßnahmen investieren".

Vier Kernziele

Dabei nannte die Initiative bei einer gemeinsamen Pressekonferenz vier Kernziele:

Das erste ist eine Steigerung der Sanierungsrate, speziell bei Ein- und Zweifamilienhäusern aus der Bauperiode 1945-1980 sowie bei öffentlichen und gewerblichen Gebäuden. Um die von der Bundesregierung angestrebte Sanierungsrate von 3% zu erreichen, bedürfe es zusätzlicher Fördermittel im Ausmaß von jährlich 300 Mio. Euro flur die thermische Sanierung. Zum zweiten soll auch das Neubauangebot an leistbaren Wohnungen erhöht werden, etwa durch eine bedarügerechte Dotierung der Wohnbauförderungsbudgets der Länder. Der Umstieg auf erneuerbare Energieträger ist die dritte Forderung der Initiative. Eine Umstellung der derzeit ca. 600.000 alten Heizsysteme auf erneuerbare Energien müsse forciert werden. Zudem sollen viertens in nachhaltige Verkehrsinfrastruktur und notwendige zeitgemäße Bildungseinrichtungen investiert werden.Je früher in den Bau bzw. in die Sanierung von Verkehrswegen und Bildungseinrichtungen investiert würde, umso günstiger und nachhaltiger seien diese für die öffentliche Hand.

Ziel:

Sanierungs-Heizungs-Scheck Die Kernziele der gemeinsamen Nachhaltigkeitsinitiative Umwelt + Bauen machen es deutlich: wir müssen bei Neubau und Sanierung konsequent auf erneuerbare Energie umsteigen, um die Klimaschutzziele zu erreichen", konstatierte auch Roger Hackstock, Geschäftsführer von Austria Solar, gegenüber dem UmweltJournal. Der Umstieg auf erneuerbare Energie sei zugleich auch ein Beschäftigungsmotor und bringe Geld in die Staatskasse. Ein Beispiel: jede Solaranlage zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung bringt 4.000 Euro an Einnahmen für den Staat (Ust, Lohnsteuer, Körperschaftssteuer). Acht solcher Anlagen sichern einen Vollzeitarbeitsplatz. Eine Heizungstauschoffensive mit Solareinbindung würde private Investitionen in tausende solcher Anlagen auslösen, mit volkswirtschaftlichen Effekten, die uns alle zugute kommen", schildert Hackstock. Die Fortführung des Sanierungsschecks mit einem klaren Fokus auf Gebäude- und Heizungssanierung sei daher ein Kernziel der gemeinsamen Initiative.

Frühestens 2011 wieder

Der allseits geforderte Sanierungsscheck könnte aber zum Sanierungsschock werden. Denn das zuständige Wirtschaftsministerium hatte dazu nur eine vorläufige Absage parat: Wegen der budgetären Situation wird es heuer voraussichtlich keine Bundesförderung für die Thermische Sanierung geben, frühestens 2011 wieder. Allerdings stehen schon derzeit die verschiedenen Fördertöpfe der Bundesministerien zur Verfügung. In Zukunft wird im Rahmen der geplanten Ökologisierung des Steuersystems eine zusätzliche Unterstützung flur die thermische Sanierung angestrebt"

Ihr Ansprechpartner

Prok. Andrea Weber
Tel. +43 (0)1 716 01-8440