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ÖkoEnergie


Innovative Ideen

26. Jul 2010, presse, Martin Kugler / Wissenschaft

Ein steirischer Sonderschullehrer und Sprachtherapeut hatte eine zündende Idee: Wäre es nicht eine große Hilfe für körperlich behinderte Menschen, die keine Maus bedienen können, wenn sie einen Computer durch Sprache steuern könnten? Dann könnten sie etwa im Internet surfen, per E-Mail kommunizieren, Elektrogeräte wie Fernseher oder Stereoanlage bedienen oder per "Skype" telefonieren. Das Problem: Es gab kein geeignetes (und preisgünstiges) System dafür.

Szenenwechsel: Der Einsatz von Bioenergie soll wachsen, doch die lokalen Ressourcen sind begrenzt. Daher werden Holz und Co. über immer weitere Strecken transportiert - was aber recht teuer ist, vor allem deshalb, weil der Energiegehalt im Verhältnis zum Gewicht relativ gering ist. Das hat auch der österreichische Biomasse-Händler Ebes AG festgestellt. Und er hatte einen Lösungsvorschlag: Wenn man Biomasse unter Luftabschluss auf 200 bis 320 Grad erwärmt, dann entweichen Feuchtigkeit und flüchtige Bestandteile, zurück bleibt eine schwarze Substanz namens "Bio-Kohle", deren Transportkosten um 40 bis 50 Prozent günstiger sind - bei gleichzeitig besseren Eigenschaften.

Nochmaliger Szenenwechsel: In der Computer- und Kreativszene ist es üblich, seine Ideen in Form von "Pitches", also Kurzpräsentationen, anzubieten. Das Problem: Wie bringt man die Pitches an mögliche Kunden? Und wie erfahren Kreative von möglichen Auftraggebern? Naheliegend ist es, eine Onlineplattform für diesen Zweck zu kreieren, dachten sich junge Tüftler. Doch wie man das anstellt war ihnen nicht wirklich klar.

So unterschiedlich diese drei Ideen auch sind - sie haben eines gemeinsam: Alle drei Projekte wurden mithilfe des "Innovationsschecks" Realität. Das ist eine unbürokratische Möglichkeit, eine Förderung von bis zu 5000 Euro für Machbarkeitsstudien, gezielte Beratung durch Experten oder Technologietransfers zu bekommen. "Mit Initiativen wie dem Innovationsscheck wollen wir den hohen Anteil an innovativen Unternehmen weiter steigern", erläutert Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner. Seit der Einführung des Instruments im Oktober 2007 wurden 3266 Innovationsschecks (per Ende Juni 2010) ausgestellt. Jedes Monat sind es ungefähr 100, Tendenz steigend.

Das ist aber erst die eine Seite. Der Innovationsscheck soll nämlich gleichzeitig eine Art "Einstiegsdroge" für "echte" Forschungsprojekte sein. Viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) scheuen davor zurück, einen Projektantrag auf Forschungsförderung zu stellen - sei es, weil das relativ aufwändig ist, sei es, weil die Unternehmer im Tagesgeschäft keine Zeit dafür haben. Auch dieses zweite Ziel wurde erreicht: "Viele der geförderten Firmen setzen anschließend weitere Forschungsanstrengungen", berichtet Mitterlehner. Konkret: Bei jedem vierten KMU wurde ein nachhaltiges Engagement in Forschung und Entwicklung angeregt, heißt es bei der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), die das Programm im Auftrag von Wirtschafts- und Infrastrukturministerium abwickelt.

Im Fall der drei eingangs vorgestellten Beispiele sah das so aus: Die Initiatoren der Sprachsoftware traten per Innovationsscheck an das Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation heran, in Folge wurden größere Forschungsprojekte - u. a. bei der FFG - gestartet. Das Ergebnis ist ein Produkt namens "Simon", das nun auch für andere Anwendergruppen, etwa für ältere Menschen, erweitert wird. Die Entwickler des "Bio-Kohle"-Verfahrens haben im Herbst des Vorjahrs eine Millionenförderung des Klima- und Energiefonds für eine Pilotanlage erhalten. Und www.epitch.com hat nach dem ersten Schritt durch den Innovationsscheck bereits Unterstützung etwa des WKÖ Creativespace bekommen.

Ihr Ansprechpartner

Prok. Andrea Weber
Tel. +43 (0)1 716 01-8440