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ÖkoEnergie


Hoch hinaus aus der tiefen Ebene

26. Jul 2010, Kurier, Theresa Gsellmann / Chronik

Andau/Halbturn

Das Land will in Sachen Windenergie hoch hinaus. Das Vorhaben ist bekannt: Bis 2013 soll das Burgenland stromautark sein. Bei dem von der Bewag-Tochter Austrian Wind Power (AWP) geplanten Windpark Andau/Halbturn sei man mit 93 Anlagen aber ein wenig über das Ziel hinausgeschossen, meinen Kritiker. Stein des Anstoßes ist die Höhe der Windkraftwerke von bis zu 186 Metern sowie die dichte Anordnung.

Diese Höhe sei für die Eignungszone vom Raumplanungsinstitut freigegeben, sagt Herbert Stifter von der Bewag und erklärt den Grund für die Dimensionen: "Der Wirkungsgrad erhöht sich unglaublich mit jedem Meter." Die AWP wolle weniger Windräder errichten, dafür aber mit einer größeren Leistungsfähigkeit.

Alfred Heinzel, Eigentümer des Andauer Gutshofs "Albrechtsfeld" und somit Anrainer des neuen Windparks, ist nicht erfreut. Er findet es "schade, dass man die Pannonische Tiefebene mit Windrädern zumacht." Heinzel sieht sich als Befürworter von erneuerbarer Energie, "übertreiben braucht man es aber nicht." Der Gutsbesitzer kritisiert die "massive Anordnung der gigantischen Anlagen". Er habe vom Windparkbetreiber einen größeren Abstand zu Siedlungsgebieten, Sichtkorridore und eine geringere Anzahl von Windrädern gefordert. "Die Lärm- und Schattenwirkung der Räder ist den Leuten nicht zumutbar", drückt Heinzel seinen Unmut aus. Falls die AWP nicht auf seine Forderungen eingeht, werde er Widerstand leisten.

Mitstreiter

Heinzel ist nicht der einzige, der Proteste erwägt. Ein privater Umweltschutz-Verein, der namentlich noch nicht an die Öffentlichkeit treten möchte, äußert gegenüber dem KURIER Bedenken. Man solle die Windkraft nicht über die optische Qualität der Landschaft stellen. Die Windräder würden eine nachhaltige Veränderung der Landschaft mit sich bringen. Auch Umweltanwalt Hermann Frühstück meldete sich zu Wort: "Das wirtschaftliche Ziel darf nicht zu Lasten von Landschaft und Ökologie gehen." Derzeit läuft die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Bis 19. August liegen die Unterlagen in den Gemeinden und der Landesregierung auf. Stellungnahmen können bis dahin abgegeben werden.

Ihr Ansprechpartner

Prok. Andrea Weber
Tel. +43 (0)1 716 01-8440