Im Verhältnis zu anderen Bundesländern bzw. zu unseren Nachbarn hinkt Tirol bei der Zahl von Photovoltaikanlagen massiv hinterher. Jetzt zeichnet sich aber eine Trendwende ab: Allein im Bereich der Privaten gehen bis Ende des Jahres rund 800 Anlagen in Betrieb. Das Förderkontigent 2010 ist bereits voll ausgeschöpft!
ç Rund 30 bis 50 Quadratmeter Fläche genügen, um den Strombedarf einen Wohnhauses abzudecken.
"Tirol soll Österreichs Sonnenkraftwerk Nummer eins werden", fordert LA Bernhard Ernst.
Sonnenkollektoren dienen auch zur Warmwasseraufbereitung
Die Ausgangssituation bei der Photovoltaik in Tirol (Begriff s. Kasten unten) war in Tirol bislang mehr als trist: Österreich war im Europavergleich Schlusslicht, und Tirol in Österreich. "Im Vorjahr wurden in Deutschland 3800 Megawatt, in Italien 700 MW , in Tschechien 411 MW und in Österreich ganze 20 Megawatt neu installiert", verdeutlicht Hans Kronberger von "Photovoltaik Austria" in Zahlen.
"Tirol erzeugt im Vergleich zum gesamten in Österreich produzierten Strom aus Photovoltaik gerade einmal 2% im Vergleich zu durchschnittlich 12% pro Bundesland", berichtet Bernhard Ernst, Energiesprecher der liste fritz. "Tirol ist absolutes Schlusslicht und Jahre zurück, obwohl Tirol das sonnenreichste Bundesland Österreichs ist."
Tirol hat jedoch den höchsten Einspeisetarif fürPHILIPP NEUNERüberschüssigen Strom in Österreich, allerdings nur für Kunden der Tiwag und nur auf zwei Jahre garantiert, was LA Ernst ebenfalls kritisiert. Das sei aber für die Finanzierung der rund 15- bis 20.000 Euro teuren Anlagen nicht das entscheidende Kriterium, hält Elmar Schneitter fest, in der Tiwag zuständig für Erneuerbare Energien. Die Amortisationszeit von 13 bis 15 Jahren sinke dadurch um drei Jahre.
Schneitter ortet eine Trendwende bei der Photovoltaik in Tirol: "Mit Ende des Jahres ist mit 800 neuen Anlagen zusätzlich zu rechnen, das sind 3,6 MW mehr." Sicher ein schönes Ergebnis für ein Bundesland, gibt ihm Kronberger Recht. Der Fördertopf mit 2,6 Mill. Euro für Tirol sei aber schon total ausgeschöpft
Solartechnik ist die Nutzbarmachung der Sonnenenergie. Aus ihrer...
Solartechnik ist die Nutzbarmachung der Sonnenenergie. Aus ihrer Strahlung kann Wärme oder auch elektrische Energie gewonnen werden. Die technischen Hilfsmittel dazu sind entweder Sonnenkollektoren, mit denen Wasser oder andere Wärmeträger erhitzt werden, oder Photovoltaikanlagen, die mit Hilfe von Solarzellen die Strahlungsenergie der Sonne in elektrische Energie umwandeln.
Die meisten Photovoltaikanlagen für private Wohnhäuser benötigen rund 50 Quadratmeter Solarpaneele. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 20.000 Euro, es gibt Förderungen von Bund und Land, die bis zu 50% der Kosten abdecken. Die Tiwag gilt überschüssigen Strom, der in ihr Netz eingespeist wird, ab.