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Schadstoffe

Luftverschmutzung und Treibhausgase

Die Mobilität gehört zu den Hauptverursachern und ist für die moderne Gesellschaft zu einem wesentlichen Teil der Lebensqualität geworden. Unsere Mobilität verursacht jedoch durch Abgase des Verkehrs eine zunehmende Umweltbelastung.

Die Abgase des motorisierten Verkehrs beinhalten eine Vielzahl von Luftschadstoffen und Treibhausgasen. Zwar konnten in der Vergangenheit durch die Verbesserung der Technologie und der Kraftstoffe wesentliche Erfolge und Verbesserungen erzielt werden, jedoch hat die massive Steigerung der Verkehrsleistung diese teilweise massiven technischen Erfolge wieder zunichte gemacht.

Die Einführung der Katalysatorpflicht für Benzinmotoren im Jahr 1987 führte zu einer deutlichen Reduktion der Kohlenwasserstoffe und auch der Stickstoffoxide. Gleichzeitig haben jedoch – als Nebeneffekt der Katalysatoren – Lachgas und Ammoniak zugenommen.

Schwefelfreie Kraftstoffe - wie sie in Österreich seit 2006 flächendeckend angeboten werden - sind eine Voraussetzung für den Einsatz moderner Abgas-Nachbehandlungs-Technologien. Bei Stickoxiden (NOx), Partikeln und Treibhausgasen (u.a. CO) zählt der Verkehr zu den Hauptverursachern.

Der Trend zum Diesel war in den letzten Jahren vorherrschend. Dieselfahrzeuge und der Schwerverkehr sind Hauptverursacher für Stickoxide (NOx). Dieselfahrzeuge und Schwerverkehr verursachen zudem Feinstaub. Dieselpartikelfilter sind in der Lage, die Feinstaubpartikel gänzlich aus den Abgasen zu filtern.

Treibhausgase aus dem Verkehr nehmen nach wie vor zu

Eines der wichtigsten Treibhausgase ist das Kohlendioxid (CO).
Die CO-Emissionen aus dem Verkehr sind abhängig vom eingesetzten Treibstoff, den zurückgelegten Strecken, der gefahrenen Geschwindigkeit und dem Energieverbrauch des Fahrzeuges.

Hier konnte zwar die technologische Entwicklung ein Absinken des
CO-Ausstoßes, bezogen auf das Einzelfahrzeug, bewirken, jedoch sind die durchschnittliche Fahrleistung und das Fahrzeuggewicht gestiegen.

Daher konnte das Sinken des CO-Ausstoßes von neuen Fahrzeugen durch die technische Entwicklung nicht die stark gestiegene Verkehrsleistung wettmachen, sodass insgesamt die CO-Belastung ständig steigt.

Kohlendioxid
Kohlendioxid (CO) entsteht überwiegend durch Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Erdgas, Erdöl und Kohle.

Die Gesamtmenge an Treibhausgasemissionen liegt im Jahr 2005 bei 93,2 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalenten. Dies entspricht einer Steigerung um 2,1 Millionen oder 2,3 % gegenüber dem Vorjahr und einem Anstieg von 18,1 % gegenüber dem Kyoto-Basisjahr 1990. Die Differenz zum Kyoto-Ziel beträgt im Jahr 2005 rd. 24,5 Mio. Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente.

Die mit Abstand größten Zuwachsraten, mussten im Verkehrssektor verzeichnet werden.

Gerade auf diesem Gebiet würden durch den Einsatz CO-neutraler Kraftstoffe massive Fortschritte erzielt werden. Als CO-neutral werden Kraftstoffe bezeichnet die aus Biomasse erzeugt werden.

Zwar werden durch die Verbrennung von Biokraftstoffen nach wie vor CO-Emissionen freigesetzt, jedoch wurde dieses CO vorher durch das Pflanzenwachstum in der Pflanze gebunden.

Das Hauptproblem heutiger CO-Emissionen entsteht daher durch die Verwendung von fossilen Brennstoffen, in denen das CO bereits in Urzeiten gebunden wurde und nunmehr freigesetzt wird.

Von 2003 auf 2004 sanken die CO-Emissionen um 0,6%. Diese Reduktion ist jedoch auf die Abnahme der Emissionen von Kohlekraftwerken, auf die geringere Heiztätigkeit in Folge des milden Winters und auf den erhöhten Einsatz von Biomasse zurückzuführen.

Stickoxide (NOx)
Stickoxide (NOx) sind Vorläufersubstanzen für die Bildung des bodennahen Ozons. Hauptverursacher dieser Schadstoffe im Verkehr sind dieselbetriebene Pkw und der Schwerverkehr. Sowohl die Anzahl dieser Verkehrsmittel als auch deren Kilometerleistung steigt.

Die Stickoxidbelastungen aus dem Verkehr sinken daher kaum. Dies wird sich erst mit der Einführung spezieller Stickoxidkatalysatoren für Dieselfahrzeuge - bei Pkw voraussichtlich ab 2014 - ändern.

Feinstaub (PM10)
Mit Feinstaub (PM10) bezeichnet man Partikel mit einem Durchmesser kleiner 10 µm. Partikel dieser Größe können über den Kehlkopf bis tief in die Lunge gelangen. Sie sind daher besonders gesundheitsschädlich.

Gesundheitliche Auswirkungen
Zahlreiche Studien haben in den letzten Jahren einen Zusammenhang zwischen der Belastung durch Feinstaub und gesundheitlichen Auswirkungen gezeigt.

Die Auswirkungen reichen von (vorübergehenden) Beeinträchtigungen der Lungenfunktion bis zu zuordenbaren Todesfällen, vor allem aufgrund von Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nach einer aktuellen Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehört die Außenluftbelastung zu jenen Umwelteinflüssen, die die größten gesundheitlichen Auswirkungen in westlichen Industrieländern verursachen.

Emissionstrend
Seit 1990 sind die österreichischen Feinstaubemissionen um weniger als 1% auf etwa 46.700 Tonnen im Jahr 2004 angestiegen. Den größten Teil davon emittierte 2004 die Industrie mit einem Anteil von 35%. 20% der Emissionen wurden vom Verkehr verursacht. Dieser Sektor verzeichnet auch die mit Abstand größten Wachstumsraten.

Die Landwirtschaft bewirkte 2004 ebenfalls 20%, die Kleinverbraucher 22% und die Energieversorgung 3% der Gesamtemissionen an Feinstaub. Allerdings sind diese Emissionsanteile nicht direkt auf lokale Belastungen in der Außenluft umzulegen. So ist z.B. der Anteil des Verkehrs an der Feinstaubbelastung in Städten viel höher, während die Industrie meist nur lokal einen Einfluss hat.

Belastung durch PM10 in Österreich
Im Jahr 2005 wurden in Österreich in zahlreichen Städten PM10-Werte über dem im Immissionsschutzgesetz Luft (IG-L) festgelegten Grenzwert registriert. Besonders betroffen sind Orte in Tal- und Beckenlagen wie z.B. Graz, Klagenfurt und das Inntal. Auch in Wien und in niederösterreichischen Städten zeigte sich eine relativ hohe Belastung.

Mitverantwortlich dafür ist neben Emissionen in Österreich auch der Schadstofftransport aus den Nachbarländern. Im Raum Linz liefern industrielle Emissionen einen wesentlichen Beitrag zur hohen PM10-Belastung.

Herkunft von Feinstaub
Staub ist ein komplexes Gemisch aus festen und flüssigen Teilchen. Diese unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Größe, Form, Farbe, chemischen Zusammensetzung, physikalischen Eigenschaften und ihrer Herkunft bzw. Entstehung. Grundsätzlich wird zwischen primären und sekundären Partikeln unterschieden. Erstere werden als primäre Emissionen direkt in die Atmosphäre abgegeben, letztere entstehen durch luftchemische Prozesse aus gasförmig emittierten Vorläufersubstanzen (z. B. Ammoniak, Schwefeldioxid, Stickstoffoxide).

Maßnahmen zur Verringerung der PM10-Belastung
Wie zahlreiche Studien gezeigt haben, sind die Hauptverursacher für PM10 der Verkehr, der Hausbrand und die Industrie. Beim Verkehr stammt der Großteil von Diesel-Kfz und der Aufwirbelung von Straßenstaub. Alte, mit Holz oder Kohle betriebene Einzelöfen sind beim Hausbrand die Hauptverursacher. Bei der Industrie stammt der Gutteil aus der Bauwirtschaft. Für eine signifikante Verringerung der PM10-Belastung müssen daher bei all diesen Verursachern die Emissionen verringert werden.

Das Umweltbundesamt hat für einige Landesregierungen Studien erstellt, um die Ursache der Belastung zu erheben sowie mögliche Maßnahmen zur Verminderung vorzubereiten. Im Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft wird derzeit eine Studie über bundesweite Maßnahmen zur Verringerung der Staubbelastung in Österreich erstellt.

Quelle: Umweltbundesamt

Ihr Ansprechpartner

Iris Scharbach
Tel. +43 (0)1 716 01-8061